Die privaten Haushalte in Deutschland sichern ihre Energieversorgung durch einen breiten Energiemix und nutzen verstärkt erneuerbare Energien. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Bilanz zur Energieanwendung in Deutschland der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB).
Bilanz für die Energieanwendung in Deutschland 2010 gesamt 9.060 Petajoule (PJ) - Anteile in Prozent Vorjahr in Klammern.
Endenergie wird in Form von Wärme, Kälte, Prozess- und mechanischer Energie sowie für Beleuchtung und Elektronik benötigt. 2010 entfielen auf die Sektoren Industrie, Verkehr und Haushalte jeweils etwa 28 Prozent des Endenergiebedarfs. Der Bereich Gewerbe-Handel-Dienstleistungen hatte einen Anteil von knapp 16 Prozent. Grafiken: AGEB
Den größten Anteil an der Energieversorgung der rund 40 Millionen deutschen Haushalte hat mit knapp 40 Prozent das Erdgas. Mineralöl und Strom decken jeweils etwa ein Fünftel. Mit deutlichem Abstand folgen die Fernwärme (rund 7 Prozent) und die Kohle (knapp 2 Prozent). Der Anteil erneuerbarer Energien steigt kontinuierlich und erreichte 2010 einen Anteil von über 11 Prozent. Rund 90 Prozent des gesamten Energieverbrauchs der privaten Haushalte entfällt auf die Erzeugung von Raumwärme, Warmwasser und sonstige Wärmeprozesse.
Größter Stromverbraucher ist nach den Berechnungen der AG Energiebilanzen die Industrie.
Mehr als 40 Prozent der gesamten Stromerzeugung wird zur Produktion von Gütern
eingesetzt. Ein weiteres Viertel entfällt auf den Sektor Handel-Gewerbe-Dienstleistungen.
Damit werden rund zwei Drittel des Stromverbrauchs in Deutschland für die Produktion von
Waren und Dienstleistungen eingesetzt.
Über alle Verbrauchssektoren hinweg betrachtet, wird in Deutschland am meisten Energie für Antriebszwecke verwendet. Auf den Verkehr und stationäre Motoren entfielen 2010 rund
36 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs. Für Raumwärme werden etwa 30 Prozent
verbraucht und industrielle Wärmeprozesse kommen auf einen Anteil von rund 20 Prozent.
Der Energieeinsatz für den sonstigen Bedarf liegt dagegen relativ niedrig: Für Kälte und
Klimatisierung werden etwa 2 Prozent des Endenergieaufkommens eingesetzt und auf die Beleuchtung entfallen rund 3 Prozent.
Die Bilanz für die Energieanwendung wird im Auftrage des Bundeswirtschaftsministers durch
die AG Energiebilanzen in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Systemtechnik
und Innovationsforschung (ISI), dem Lehrstuhl für Energiewirtschaft und Anwendungstechnik
an der TU München sowie dem Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung
(RWI) erstellt. Die erste Anwendungsbilanz konnte nach aufwändigen wissenschaftlichen Vorarbeiten zu Methoden und Daten für das Jahr 2008 erstellt werden. Jetzt liegt eine
geschlossene Zeitreihe bis 2010 vor.
Die Anwendungsbilanzen der AG Energiebilanzen ermöglichen es, den Verbrauch sowie die einzelnen Anwendungszwecke in den Bereichen Industrie, Gewerbe-Handel-Dienstleistungen,
bei den Privathaushalten und im Verkehr zuverlässig zu ermitteln. Die Anwendungsbilanzen
sind
hier auf den Internetseiten der AG Energiebilanzen kostenlos abrufbar.