Deutschland konnte im vergangenen Jahr seinen Weg zu höherer gesamtwirtschaftlicher Energieeffizienz nicht im gewünschten Tempo fortsetzen. Wie die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AG Energiebilanzen) errechnete, lag der Energiebedarf je 1000 Euro Wirtschaftsleistung 2010 mit 6,2 Gigajoule (GJ) nur wenig unter dem Vorjahreswert. Seit 1990 hat sich der Energieverbrauch bezogen auf die Wirtschaftsleistung damit um durchschnittlich 1,62 Prozent pro Jahr vermindert.
Die gesamtwirtschaftliche Energieeffizienz in Deutschland hat sich 2010 nur unwesentlich
verändert. Nach vorläufigen Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen lag der Energiebedarf je 1.000 Euro Wirtschaftsleistung unverändert bei 6,2 Gigajoule (GJ). Im Zuge
der Konjunkturerholung stieg der Pro-Kopf-Energieverbrauch um knapp 5 Prozent an, nachdem er im Vorjahr im Zuge des Konjunktureinbruchs um gut 5 Prozent zurückgegangen war.
Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen
Bei Berücksichtigung der Witterungs- und Lagerbestandseffekte lag die gesamtwirtschaftliche
Energieeinsparung zwischen 1990 und 2010 bei 1,8 Prozent pro Jahr. Die Bundesregierung
hält in ihrem Energiekonzept eine Steigerung auf deutlich über 2 Prozent pro Jahr für
notwendig, um die langfristigen energie- und klimapolitischen Ziele zu erreichen.
Die Industrie verzeichnete bei der Energieeffizienz 2010 leichte Einbußen. Gewerbe, Handel
und Dienstleistungen verharrten auf dem Niveau des Vorjahres. In beiden Sektoren konnte
jedoch die Effizienz beim Stromeinsatz weiter verbessert werden. Bei den privaten Haushalten
stieg die Energieeffizienz insgesamt deutlich um 7,5 Prozent. Beim Einsatz von Strom waren
die Effizienzgewinne mit 1,7 Prozent jedoch merklich geringer.
In der Langfristbetrachtung weist der Sektor Gewerbe, Handel und Dienstleistungen mit
einer durchschnittlichen Erhöhung der Energieeffizienz von knapp 3 Prozent pro Jahr seit
1991 die höchste Steigerung auf. Die Industrie spart seit 1991 jahresdurchschnittlich etwa
1,4 Prozent. Die privaten Haushalte kommen auf eine durchschnittliche Veränderungsrate
von ebenfalls knapp 1,4 Prozent.
Eine weitere wichtige Kennziffer für den effizienten Umgang mit Energie ist der Pro-Kopfverbrauch.
2010 stieg der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland um knapp 5 Prozent und erreichte
172 GJ. Dieser Zuwachs spiegelt die deutliche Zunahme der wirtschaftlichen Leistung im
Zuge der konjunkturellen Erholung wider.
Die von der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen veröffentlichten Effizienzindikatoren
werden auf Grundlage der Energiebilanz für Deutschland erstellt und bieten höchstmögliche
Datenqualität und Aktualität. Die AG Energiebilanzen wird ihre Berechnungen zur
Energieeffizienz künftig auch in das von der Bundesregierung vorgesehene Monitoring zur
Energiewende einbringen.